Warum ich in der Free Cities Foundation bin
Ich glaube daran, dass Menschen ihr Zusammenleben und ihre Gemeinschaft auf der Grundlage von Verträgen gestalten können – freiwillig, selbstbestimmt und unter Gleichen. Dass wir einander nicht zuerst als Bürger und Staat, sondern als Menschen begegnen können, die sich gegenseitig etwas versprechen, Verantwortung übernehmen und einander respektieren. Genau deshalb bin ich Mitglied der Free Cities Foundation: weil sie im Kern dasselbe Anliegen verfolgt.
Der Name führt dabei leicht in die Irre. «Free Cities» steht für das von Titus Gebel entwickelte Modell, das für Soubey nicht in Frage kommt. Es richtet sich an Weltgegenden, in denen ein Staat bereit ist, eine Sonderzone mit bestimmten Autonomierechten einzurichten. Mit der Schweiz und mit Soubey hat dieses Modell nichts zu tun.
Was Soubey und die Idee hinter Free Cities verbindet, ist nicht ein bestimmtes wirtschaftliches Modell, sondern eine gemeinsame Vorstellung davon, wie Menschen miteinander leben können: näher beieinander, füreinander und mit gegenseitigem Respekt.
Soubey ist und bleibt ein Schweizer Dorf. Armins Vorhaben geht von einer völlig anderen Ausgangslage aus und will auch etwas anderes: innerhalb dieser bestehenden Gemeinschaft neue Formen des Zusammenlebens, der Zusammenarbeit und der gegenseitigen Verantwortung zu erproben. Gerade deshalb sehe ich darin etwas Hoffnungsvolles: die Möglichkeit, dass in Soubey etwas Neues wachsen kann – vielleicht ein kleines Beispiel dafür, dass wir die alten Muster unseres Zusammenlebens nicht einfach hinnehmen müssen.
Marc-Felix Otto