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Initiative Soubey

Informationen zur Initiative Soubey

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1Woher die Freiberge ihren Namen haben

Am 17. November 1384 befreite der Basler Fürstbischof Imer von Ramstein alle Einwohner der Herrschaft Montfaucon von Taillen, Abgaben und Auflagen — ausdrücklich auch jene, die aus anderen Herrschaften zuziehen würden. Als Gegenleistung zahlte jede Feuerstatt eine feste, bescheidene Abgabe. Die Freiheit sollte neue Siedler anziehen; von ihr haben die Freiberge ihren Namen.1

Unsere Immobiliengesellschaft, die das alte Schulhaus von Soubey gekauft hat, trägt seinen Namen: Immo Imer.

¹ Trouillat, Monuments de l’histoire de l’ancien Évêché de Bâle, Nr. 213. Ob Soubey innerhalb der Grenzen von 1384 lag, ist nicht sicher belegt; heute gehört Soubey zum Bezirk Freiberge.

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2Was wir wollen

Soubey beleben: bezahlbarer Wohnraum und Möglichkeiten, sich niederzulassen, für Familien, Selbständige und Handwerker; Werkstätten und Arbeitsräume; digitale Infrastruktur für Homeoffice. Mit der Gemeinde, nicht an ihr vorbei.

Räume im alten Schulhaus stellen wir gerne auch lokalen Vereinen zur Verfügung.

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3Unsere Vision

Langfristig haben wir eine Vision: eine Gemeinde mit so gesunden Finanzen, dass die obligatorischen Steuern sinken können, bis auf null. Dahin führen drei Wege. Mittelfristig sinken die Steuern durch Zuzug, weil sich die festen Kosten der Gemeinde auf mehr Einwohner verteilen. Die Gemeinde kann einige ihrer Aufgaben an eine Genossenschaft delegieren, der Bewohner von Soubey beitreten können; in einer Genossenschaft hat jedes Mitglied eine Stimme. Und langfristig wäre es unser Traum, dass das gesamte Gemeindebudget, so hoch es dann eben ist, über freiwillige Beiträge finanziert wird, etwa als Crowdfunding der Einwohner für ihre Gemeinde. Obligatorische Steuern bei null heisst also nicht: keine Leistungen der Gemeinde. Es heisst, dass die Einwohner diese Leistungen freiwillig tragen. Wir glauben, Freiwilligkeit ist schöner und gibt dem Zusammenleben einen anderen Charakter.

Wir möchten das, was die Schweiz schon heute auszeichnet, direkte Demokratie und Non-Zentralismus, lokal weiterentwickeln: von der Mitbestimmung zur Selbstbestimmung, gemeinsam mit denen, die mitmachen wollen, und ohne irgendjemandem zu schaden.

Das ist eine Vision, kein Plan. Über eine Umsetzung entscheidet bei jedem Schritt die Gemeindeversammlung.

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4Die Genossenschaft: wo wir stehen

Die Genossenschaft ist noch nicht gegründet, und ihr Name steht noch nicht fest. Wir haben gerade erst das alte Schulhaus erworben; es muss als Nächstes renoviert und umgebaut werden. Die Statuten sind in Arbeit; wir schalten sie voraussichtlich bis Ende Jahr hier auf, mit einem Abschnitt, der die gemeinsamen Grundsätze beschreibt.

Ihre Rückmeldungen sind willkommen.

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5Unsere Zusagen

  • Was die Gemeinde betrifft, entscheidet die Gemeindeversammlung.
  • In der Genossenschaft hat jedes Mitglied eine Stimme, unabhängig vom Vermögen (Art. 885 OR).
  • Öffentliche Angebote sind gesetzlich festgelegt und können nicht durch ein kostenpflichtiges privates Angebot ersetzt werden. Private Angebote kommen dazu.
  • Ein konkretes Beispiel dazu: Soubey hat heute keine eigene Schule; die Kinder besuchen die öffentliche Schule in St-Ursanne. Künftig, wenn wieder mehr Kinder im Dorf wohnen, kann in Soubey entweder eine Privatschule entstehen, als zusätzliches Angebot. Oder eine lokale öffentliche Schule, die wie jede öffentliche Schule von Gesetzes wegen kostenlos wäre.
  • Wir nehmen der Gemeinde nichts weg. Übernimmt die Genossenschaft eines Tages eine Aufgabe für die Gemeinde, dann über einen Vertrag, den die Gemeindeversammlung beschliesst und der kündbar ist.
  • Wir freuen uns über französischsprachige Zuzüger und ermutigen alle anderen, Französisch zu lernen.
  • Aus der Genossenschaft austreten kann man immer. Zwang zu vermeiden, ist unser zentrales Anliegen.

Armin Häfliger · Marc-Felix Otto

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6Wie die Artikel vom 30. September entstanden

Uns geht es um Soubey, nicht um einen Medienstreit. Um das Dorf und unsere Initiative zu schützen, beschreiben wir im Folgenden den Ablauf und die Inhalte unserer Kommunikation mit dem Quotidien Jurassien.

Dort erschienen am 30. September drei Artikel über die Initiative Soubey: zwei, die auf das Gespräch mit Armin Häfliger zurückgehen, und einer über den Vortrag in Prag.

Die drei Artikel des Quotidien Jurassien vom 30. September: Artikel · Beitrag von Andreas Gross · Artikel über den Vortrag in Prag

Der Ablauf

  • Anruf (24.09., 17:10): Die Journalistin ruft Armin Häfliger an.
  • Fragen (25.09.): Die Journalistin schickt Armin Häfliger sieben Fragen für ein Gespräch.
  • Gespräch (26.09.): Gespräch der Journalistin mit Armin Häfliger.
  • Entwurf (28.09., 18:15): Die Journalistin schickt ihm «le texte de l’article à paraître» (den Text des Artikels, der erscheinen wird) und bittet ihn, Fehler zu melden.
  • Rückmeldung (29.09., 13:06): Armin Häfliger heisst den Text gut und meldet drei Punkte: dass Marc-Felix Otto Schweizer ist, eine Präzisierung seines Zitats zum Markt und dass Zuziehende mindestens bereit sein sollen, Französisch zu lernen. Die Punkte stehen im Mailtext; beigelegt ist zusätzlich der Text mit seinen Änderungen. Die Beilage konnte die Journalistin nicht öffnen, wie sie am 5. Oktober schreibt; nachgefragt hat sie nicht.
  • Artikel (30.09., 05:45): Porträt im Quotidien Jurassien: «“Attirer des familles” et réduire les impôts à zéro: à Soubey, le projet rural aux ambitions libertariennes».
  • Gross-Beitrag (30.09., 05:45): Zweiter Artikel am selben Morgen: «“Ils veulent privatiser le paradis qu’est Soubey”: analyse du politologue Andreas Gross».

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Die Unterlagen

Hier Armin Häfligers Antwort vom 29. September im vollen Wortlaut. Beigelegt hatte er den Text der Journalistin mit seinen Änderungen in Rot.

Armin Häfligers Antwort an die Journalistin, 29. September 2026, 13:06 (Original und Übersetzung)

Original

Re: texte article Soubey

Bonjour Madame Jaquet,

merci beaucoup pour vôtre message et le texte. Vous avez bien fait. :)

J'ai ajouté quelques remarques.

I will continue in english, because I'm a bit busy and like this I can write faster:

1) Marc-Felix has become a swiss citizen a couple of years ago, lives in Switzerland since 23 years

2) the second last sentence (free market vs goverment monopoly) is good/true, but could be interpreted in a wrong way by the reader. (for example that we believe in a evil conspiracy)

3) French speaking: we would expect from everybody that moves there too at least have the willingness to learn the basics in french. and ideally at least some of the new families are from the french speaking part of Switzerland.

all the other red parts are details and not so important...

Merci beaucoup pour le bon text :)

Avec mes meilleures Salutations,
Armin Häfliger

[numéro de téléphone masqué]

Übersetzung

Re: Text Artikel Soubey

Guten Tag Frau Jaquet

Vielen Dank für Ihre Nachricht und den Text. Das haben Sie gut gemacht. :)

Ich habe einige Bemerkungen hinzugefügt.

Ich schreibe auf Englisch weiter, weil ich etwas beschäftigt bin und so schneller schreiben kann:

1) Marc-Felix ist vor ein paar Jahren Schweizer Bürger geworden und lebt seit 23 Jahren in der Schweiz

2) Der zweitletzte Satz (freier Markt gegenüber staatlichem Monopol) ist gut/wahr, könnte aber vom Leser falsch verstanden werden (zum Beispiel so, als glaubten wir an eine böse Verschwörung)

3) Französisch: Wir würden von allen, die dorthin ziehen, zumindest die Bereitschaft erwarten, Grundkenntnisse in Französisch zu lernen. Und idealerweise kommen zumindest einige der neuen Familien aus der französischsprachigen Schweiz.

Alle anderen roten Stellen sind Details und nicht so wichtig …

Vielen Dank für den guten Text :)

Mit besten Grüssen
Armin Häfliger

Am 5. Oktober hat Armin Häfliger die Journalistin um ihr Einverständnis gebeten, die ganze Korrespondenz zu veröffentlichen. Sie hat noch am selben Tag widersprochen. Wie in der Anfrage angekündigt, veröffentlichen wir beide Mails; ihre früheren Mails und den Text, den sie ihm vorgelegt hatte, nicht.

Armin Häfligers Mail an die Journalistin, 5. Oktober 2026, 07:26 (Original und Übersetzung)

Original

Publication de notre correspondance

Bonjour Madame Jaquet,

Par souci de transparence, nous publions sur le site de l’Initiative Soubey une page qui retrace la genèse de votre article du 30 septembre. Nous aimerions y joindre l’intégralité de notre correspondance, afin que chacun puisse se faire sa propre idée:

– votre courriel du 25 septembre avec vos questions;
– votre courriel du 28 septembre et le texte «à paraître» qui y était joint;
– ma réponse du 29 septembre et ses annexes.

Vos numéros de téléphone et vos coordonnées personnelles seront masqués.

Le présent courriel et votre éventuelle réponse feront également partie de la correspondance publiée.

Si vous vous opposez à cette publication, en tout ou en partie, je vous prie de me le faire savoir d’ici au mercredi 7 octobre. Sans nouvelles de votre part, nous considérerons que vous n’y voyez pas d’objection.

Avec mes salutations distinguées,

Armin Häfliger
Initiative Soubey

Übersetzung

Veröffentlichung unserer Korrespondenz

Guten Tag Frau Jaquet

Im Sinne der Transparenz veröffentlichen wir auf der Website der Initiative Soubey eine Seite, die nachzeichnet, wie Ihr Artikel vom 30. September entstanden ist. Wir möchten dort unsere gesamte Korrespondenz beifügen, damit sich alle ein eigenes Bild machen können:

– Ihre Mail vom 25. September mit Ihren Fragen;
– Ihre Mail vom 28. September und den beigefügten Text «à paraître»;
– meine Antwort vom 29. September mit ihren Beilagen.

Ihre Telefonnummern und Ihre persönlichen Kontaktdaten werden unkenntlich gemacht.

Die vorliegende Mail und Ihre allfällige Antwort werden ebenfalls Teil der veröffentlichten Korrespondenz sein.

Falls Sie dieser Veröffentlichung ganz oder teilweise widersprechen, bitte ich Sie, mir dies bis Mittwoch, 7. Oktober, mitzuteilen. Ohne Nachricht von Ihnen gehen wir davon aus, dass Sie keine Einwände haben.

Freundliche Grüsse

Armin Häfliger
Initiative Soubey

Antwort der Journalistin, 5. Oktober 2026, 09:04 (Original und Übersetzung)

Original

Re: Publication de notre correspondence

Cher monsieur Haefliger, je m’oppose effectivement à cette démarche, je ne pense pas que j’ai dit à aucun moment des choses que vous n’avez pas dites. Je n’ai pas réussi à ouvrir le texte modifié que vous m’avez fait parvenir, et n’ai pas pu lire les modifications que vous suggériez. Effectivement le texte a été modifié après que je vous l’ai fait parvenir, mais les citations restent et ne trahissent en aucun cas ce que vous m’avez dit. Bonne journée, cordialement, Pascale Jaquet
Envoyé de mon iPhone

Übersetzung

Re: Veröffentlichung unserer Korrespondenz

Sehr geehrter Herr Haefliger, ich widerspreche diesem Vorgehen tatsächlich. Ich glaube nicht, dass ich zu irgendeinem Zeitpunkt Dinge gesagt habe, die Sie nicht gesagt haben. Es ist mir nicht gelungen, den geänderten Text zu öffnen, den Sie mir geschickt haben, und ich konnte die Änderungen, die Sie vorgeschlagen haben, nicht lesen. Der Text wurde tatsächlich geändert, nachdem ich ihn Ihnen geschickt hatte, aber die Zitate bleiben und verfälschen in keiner Weise, was Sie mir gesagt haben. Einen schönen Tag, freundliche Grüsse, Pascale Jaquet
Von meinem iPhone gesendet

Medienvertreter und interessierte Einzelpersonen erhalten von uns auf Anfrage gerne den ganzen Verlauf.

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Was vorher vorlag und was erschienen ist

Die Tabelle stellt einander gegenüber, was in den Fragen, im Entwurf und in der Rückmeldung stand und was im Artikel und im Gross-Beitrag erschienen ist. Jede Zeile lässt sich an den Unterlagen prüfen. Die Zitate sind aus dem Französischen übersetzt.

Thema Vorher (Fragen, Entwurf, Rückmeldung) Erschienen (Artikel, Gross-Beitrag) Was sich dadurch verschiebt
Vorab-InterviewfragenFragen: sieben Fragen, alle zum Vorhaben im Dorf: wie Armin Häfliger Soubey fand, der Cerf, Arbeiten an Haus und Schulhaus, weitere Gebäude, Arbeitsplätze, die Schule, die Sprache der Zuziehenden.Artikel: Der Titel nennt «Steuern auf null» und «libertäre Ambitionen»; ein Absatz stellt Javier Milei und Peter Thiel vor. Gross-Beitrag: Die Initianten wollten das Dorf «privatisieren».Die Hauptthemen der Veröffentlichung kamen in den Fragen nicht vor. Zu den Vorwürfen im Gross-Beitrag wurde keiner von uns angehört.
Mit dem DorfEntwurf: zitiert unsere Website: Wir wollen das Dorf «gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung» schrittweise erneuern.Artikel: Dieser Satz fehlt. Neuer Einstieg: «Hinter ihrem Willen, Soubey wieder zu bevölkern, zeichnet sich ein politisches Projekt ab.»Ein Vorhaben mit dem Dorf erscheint als Vorhaben mit einer verdeckten Absicht.
OffenheitEntwurf und Artikel: Wir haben das Vorhaben mehrmals an Anlässen im Cerf vorgestellt.Artikel, neu: Hinter dem Projekt verbergen sich «weit bemerkenswertere Dinge», wie ein Einwohner vermute.Solche Befürchtungen gibt es im Dorf, und sie verdienen eine Antwort. Im Artikel stehen sie als Vermutung ohne Gegenstimme: Uns hat niemand dazu gefragt.
BeweggrundEntwurf: Armin Häfliger: «Die Schönheit dieses Ortes hat mich überwältigt.»Artikel: Dieser Satz fehlt. Neu, ohne Zitat: Soubey sei ihm ideal erschienen, «weil die Bevölkerung überaltert ist und die Immobilien günstig sind».Ein persönlicher Grund wird zu einem wirtschaftlichen Kalkül.
Wohnort von ArminFragen: nach Arbeiten an seinem Wohnhaus («maison familiale») in Soubey. Im Artikel selbst bestätigt der Gemeindepräsident, dass Armin Häfliger in Soubey angemeldet ist und an den Gemeindeversammlungen teilnimmt.Artikel: «Armin Häfliger, der in Luzern wohnt».Der Einwohner erscheint als Auswärtiger.
Der CerfEntwurf: Die Familie Joset suchte «seit geraumer Zeit» Nachfolger für den Cerf.Artikel: Das fehlt. Es bleibt: Er «hat den Cerf gekauft».Aus einer gesuchten Nachfolge wird ein Kauf.
SpracheFragen: «Werden das nur Deutschschweizer sein?» Entwurf, Antwort von Armin Häfliger: Ideal wären «mindestens 50 Prozent Französischsprachige, sonst würde das bei den Leuten im Dorf nicht ankommen». Rückmeldung, präzisiert: Wer zuzieht, soll mindestens bereit sein, Grundkenntnisse in Französisch zu lernen; idealerweise kommen einige der neuen Familien aus der Romandie.Artikel: Die Antwort fehlt. Als Zwischentitel steht eine Aussage über «all diese Leute, die von aussen kommen», dazu die Warnung, man könne in die Minderheit geraten.Die Frage wird gestellt, beide Antworten fehlen.
Zitat zum MarktEntwurf: Der private Markt sei dem Staatsmonopol überlegen, «weil Regierungen von Leuten kontrolliert werden, die Geld und Macht haben». Rückmeldung: nicht diese Begründung, sondern: «… sofern es nicht zu einer neuen Konzentration bei wenigen Firmen kommt.»Artikel: eine dritte Fassung, die Armin Häfliger nie gesehen hat: Der freie Markt sei «das beste System für die Gesellschaft», während «der Staat in die individuellen Freiheiten eingreift». Gross-Beitrag: eine «von Reichen geführte Genossenschaft».Die Kritik an der Macht von Geld und Konzentration fällt weg. Übrig bleibt eine Aussage, die zum Vorwurf passt.
GemeindeversammlungDie Gemeindeversammlung stimmte dem Verkauf des Schulhauses am 12. Juni 2026 zu.Artikel und Gross-Beitrag: nicht erwähnt. Im Gross-Beitrag ist von «privatisieren» die Rede.Der Entscheid der Gemeindeversammlung kommt nicht vor.
VertrauenEntwurf: «Wir wollen langsam vorgehen und das Vertrauen der Leute gewinnen. Wir möchten keinen schlechten Ruf bekommen, denn das wäre kontraproduktiv.»Artikel: Die beiden Sätze stehen im Text. Als Zwischentitel hervorgehoben ist nur der zweite.Hervorgehoben wird die Sorge um den Ruf, nicht der Wunsch nach Vertrauen.
NationalitätRückmeldung: Marc-Felix Otto ist Schweizer und lebt seit 23 Jahren in der Schweiz, mit Wohnsitz in Thalwil (ZH).Gross-Beitrag: «ein deutscher Geschäftemacher und Spekulant mit Sitz in Zug».Auch eine gemeldete, eindeutige Tatsache wurde nicht übernommen.

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Widersprüche

Was beim Vergleich der Unterlagen auffällt. Die Bezeichnungen (Fragen, Entwurf, Rückmeldung, Artikel, Gross-Beitrag) sind oben unter «Der Ablauf» erklärt.

  • Im Gross-Beitrag greift ein «Vorkämpfer der direkten Demokratie» ein Vorhaben an, dem die Gemeindeversammlung beim Verkauf des Schulhauses zugestimmt hat und bei dem sie weiterhin alles entscheidet, was die Gemeinde betrifft.
  • Die Franches-Montagnes, die «befreiten Berge», tragen ihren Namen, weil der Fürstbischof 1384 Siedler gewann, indem er sie von den meisten Abgaben befreite. Die Initiative Soubey will Zuziehende gewinnen und eines Tages tiefere Steuern. Eine Zeitung aus dieser Region macht aus beidem einen Skandal.
  • In der Rückmeldung präzisierte Armin Häfliger sein Zitat zum Markt: «sofern es nicht zu einer neuen Konzentration bei wenigen Firmen kommt». Genau diese Warnung fehlt im Artikel. Stattdessen heisst es im Gross-Beitrag, die Initianten wollten das Dorf den Reichen überlassen.
  • Der Gross-Beitrag spricht von einer «von Reichen geführten Genossenschaft». In der Genossenschaft gibt Vermögen von Gesetzes wegen keine zusätzliche Stimme (Art. 885 OR).
  • Uns wird vorgeworfen, wir seien nicht ehrlich. Im selben Blatt werden Armin Häfliger Worte in den Mund gelegt und uns Dinge unterstellt, die das Gegenteil von dem sind, was wir wollen.
  • Wer verbirgt hier etwas? Wir haben unser Vorhaben dem Gemeinderat und an Apéros vorgestellt, der Gemeindeversammlung vorgelegt und waren und sind über das Hotel Restaurant du Cerf im Dorf jederzeit sehr gut ansprechbar. Der Artikel zitiert einen Einwohner, der vermutet, hinter dem Projekt verbärgen sich «weit bemerkenswertere Dinge». Solche Befürchtungen gibt es, und wir nehmen sie ernst; dazu befragt wurden wir aber nicht. Und vorgelegt wurde uns ein Artikel «zur Veröffentlichung», der sich fundamental von den im QJ erschienenen Artikeln unterscheidet.
  • Gefragt wurde nach Häusern, Arbeitsplätzen und der Schule. Eine kritische Frage stellte die Journalistin nicht, weder schriftlich noch im Gespräch, auch nicht zur Free Cities Foundation; die kam nur zur Sprache, weil Armin Häfliger die Konferenz in Prag selbst erwähnte. Erschienen ist ein Artikel über Steuern auf null, Milei und Thiel. Er beantwortet Fragen, die nie gestellt wurden, und lässt die Antworten auf die gestellten weg.
  • Spekulanten kaufen, wo die Preise steigen. Hier wurde ein leeres Schulhaus gekauft, in einem Dorf, das seit 1980 rund ein Fünftel seiner Einwohner verloren hat.
  • Dass das Dorf altert, ist der Grund, warum es Familien braucht. Der Artikel macht aus dem Heilmittel das Tatmotiv: Soubey, «weil die Bevölkerung überaltert ist».
  • «Sie wollen das Paradies Soubey privatisieren»: ein Paradies ohne Schule, das seine Einwohner verliert. Als Bedrohung gelten ausgerechnet die, die es beleben wollen.
  • Der Artikel spricht von «Leuten, die von aussen kommen», der Gross-Beitrag von einem «deutschen Geschäftemacher». Die Journalistin hatte selbst gefragt, ob nur Deutschschweizer kommen sollen. Unsere Antwort auf die Sprachenfrage fehlt im Artikel.
  • Ein Politologe urteilt öffentlich über ein Dorfvorhaben, ohne je mit den Initianten gesprochen zu haben.
  • Die grösste Tageszeitung des Jura stellt einen Wirt und einen Berater, zwei KMU-Unternehmer, als mächtige Akteure dar, mit Milliardären im Hintergrund. Die Kräfteverhältnisse sind umgekehrt: Das grösste Medium der Region schreibt über zwei Privatpersonen, ohne sie zu den Vorwürfen anzuhören.

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Richtigstellungen

Falsche Tatsachen im Gross-Beitrag:

  • «un affairiste allemand et spéculateur basé à Zoug»: Marc-Felix Otto hat ausschliesslich die Schweizer Staatsangehörigkeit und wohnt in Thalwil (ZH). In Zug sitzt die Beratungsfirma, deren Partner er ist. Er betreibt keine Spekulation. Die Redaktion wusste seit dem Vortag, dass er Schweizer ist.
  • Die Free Cities Foundation sei eine «création» von Peter Thiel und «Patti» Friedman: Die Stiftung wurde 2020 von Titus Gebel gegründet. Thiel und Friedman waren nie Gründer, Mitglieder oder Spender.
  • Próspera sei das «projet phare» der Stiftung: Próspera ist kein Projekt der Stiftung (sie hielt dort ihre Konferenz 2026).
  • Marc-Felix Otto wurde vor der Publikation dieser Vorwürfe nicht kontaktiert.

Zur Nationalität, Marc-Felix Otto: Ich habe mich sehr bewusst für die Schweiz entschieden. Vor allem wegen ihres Aufbaus: Non-Zentralismus und direkte Demokratie. Diese beiden Aspekte wollen wir in Soubey weiterführen, mit denen, die mitmachen wollen: das Lokale stärken, non-zentral, und die Mitbestimmung zur Selbstbestimmung weiterentwickeln. Dafür steht die Genossenschaft: freiwillige Mitgliedschaft, kein Konkurrenzverbot, und sie kann nach und nach in Aufgaben der Gemeinde hineinwachsen, per Vertrag, den die Gemeindeversammlung beschliesst.

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Was wir tatsächlich getan haben

Armin hat die Dorfbeiz wieder geöffnet, für die die Familie Joset Nachfolger suchte. Wir haben ein leeres Schulhaus gekauft, das die Gemeinde mehrere Jahre lang nicht loswurde, mit Zustimmung der Gemeindeversammlung. Und wir haben eine Idee: direkte Demokratie und Non-Zentralismus lokal weiterentwickeln, von der Mitbestimmung zur Selbstbestimmung, gemeinsam mit denen, die mitmachen wollen, und ohne irgendjemandem zu schaden (siehe «Unsere Vision»). Dafür setzen wir unsere Zeit und unser eigenes Geld ein. Und wir tun das offen: vor dem Gemeinderat, an Apéros, vor der Gemeindeversammlung, im Internet.

Über diese Idee lohnt es sich zu diskutieren. In den beiden Artikeln wird sie nicht diskutiert, sondern mit Etiketten, einer anonymen Quelle und falschen Tatsachen abgetan, und die Menschen dahinter gleich mit. So wird eine Idee aus der Diskussion gedrängt, bevor sie fair geprüft werden kann.

Unser Angebot steht: ein öffentlicher, schriftlicher Austausch, ungekürzt (siehe «Ein Dialog mit Andreas Gross»), und ein Gespräch, jederzeit und auch mit der Redaktion des Quotidien Jurassien. Diskutieren statt canceln.

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Der Artikel über den Vortrag in Prag

Ein weiterer Artikel des Quotidien Jurassien, von derselben Journalistin, stützt sich auf den Vortrag, den Marc-Felix Otto 2025 an der Konferenz der Free Cities Foundation in Prag gehalten hat; die Fragen aus dem Publikum beantwortete er danach zusammen mit Armin Häfliger. Das Video des Vortrags ist öffentlich.

Der Artikel erschien am 30. September, am selben Tag wie die beiden anderen: «À Prague, Marc-Felix Otto présente Soubey comme une future coopérative privée avec l’objectif affiché de réduire les taxes locales»

Wir haben jedes Zitat im Artikel mit dem Vortrag verglichen. Der Vortrag war englisch; was gesagt wurde, geben wir übersetzt wieder, und die Zeitangabe führt zur Stelle im Video. Die Zitate aus dem Artikel sind aus dem Französischen übersetzt.

Thema Zitat im Artikel Gesagt im Vortrag Aus heutiger Sicht
Die EinwohnerDie Einwohner seien «bodenständig und konservativ», «vernünftig», gegen das Covid-Gesetz und mit «Unternehmergeist».6:22 «wirklich bodenständige Leute … ziemlich konservativ … die Mehrheit stimmte gegen das letzte Covid-Gesetz, also wirklich recht vernünftige Leute, und auch recht unternehmerisch».Richtig zitiert, und gemeint als Lob. Vernunft an einem Abstimmungsresultat festzumachen, war trotzdem schief: Vernünftig ist auch, wer anders abstimmt.
FusionenDie Gemeinde habe «bereits zweimal die Aufnahme in einen grösseren Verbund abgelehnt». Dagegen hält der Artikel, dass Soubey 2012 der Einheitsgemeinde Franches-Montagnes zugestimmt hat.7:57 «Sie hatten schon zwei Abstimmungen darüber, Teil einer grösseren Gemeinde zu werden, aber sie wollten unabhängig bleiben.»Hier hat die Journalistin recht: Das war zu einfach gesagt. Soubey hat einmal abgelehnt, den Zusammenschluss zur Gemeinde Clos du Doubs (seit 2009), und einmal zugestimmt, 2012 der Einheitsgemeinde Franches-Montagnes, die dann in anderen Gemeinden scheiterte. Eigenständig ist Soubey geblieben.
ZuzugDie Gemeinde brauche «mehr und vor allem jüngere Einwohner».8:06 «Dafür brauchen sie mehr Leute und auch jüngere Leute.»Richtig zitiert. Darum geht es uns bis heute: um Familien, damit das Dorf wieder eine Schule haben kann.
Schwyz«Natürlich wäre uns Schwyz lieber gewesen, weil die Steuern dort sehr niedrig sind, aber es ist unmöglich, dort irgendetwas zu kaufen.»3:05 Das erste Projekt, das an uns herangetragen wurde, lag im Kanton Schwyz, «der schon sehr tiefe Steuern hat … Aber niemand kann dorthin ziehen. Es ist schon voll.» Vielleicht werde dort alle zwei Jahre eine Wohnung frei. Und 3:27: «Weil die Kernidee das ist, was hier oben steht, brauchten wir etwas anderes.» Oben auf der Folie stand: «We want to establish a basis for peaceful coexistence, drawing on Swiss history.»Falsch zitiert, und es fehlt der Grund. Gesagt wurde nicht, Schwyz wäre uns lieber gewesen, sondern dass dort niemand zuziehen kann — und dass ein Projekt dort zum eigentlichen Ziel schlechter gepasst hätte. Das Ziel stand auf der Folie: eine Grundlage für friedliches Zusammenleben schaffen, anknüpfend an die Schweizer Geschichte. Dafür braucht es einen Ort, an dem Menschen neu zusammenkommen können. Tiefe Steuern dort, wo niemand mehr Platz findet, leisten das nicht. Soubey ist keine zweite Wahl.
Steuern«Unser langfristiges Ziel ist es, keine lokalen Steuern mehr zu zahlen.»8:38 «Unser langfristiges Ziel ist, die lokalen Steuern auf null zu senken.»Sinngemäss richtig, aber verkürzt. Heute sagen wir genauer: die obligatorischen Steuern auf null. Die Leistungen der Gemeinde bleiben, getragen von freiwilligen Beiträgen der Einwohner (siehe «Unsere Vision»). Dass unser Hauptanliegen sei, Steuern zu vermeiden, ist eine Deutung des Artikels, kein Zitat.
«Siedler»Die Region habe für «Siedler» die tiefsten Immobilienpreise der Schweiz.8:57 «Für Siedler hat diese Region die tiefsten Immobilienpreise, die tiefsten Wohnkosten in der ganzen Schweiz.»Richtig zitiert. Das Wort war schlecht gewählt. Gemeint sind Zuziehende, die im Dorf leben und arbeiten wollen.
GenossenschaftZiel sei, «die kommunale Struktur letztendlich durch eine Genossenschaft zu ersetzen, die natürlich eine private Organisation wäre»: «Jeder könnte beitreten, auch die derzeitigen Bewohner.»11:30 «Mit der Zeit können wir die Gemeindestruktur nach und nach durch eine Genossenschaft ersetzen. Auch die heutigen Einwohner können der Genossenschaft beitreten, die natürlich eine private Organisation ist … eine Organisation, zu der man freiwillig beiträgt.» Eingangs, 2:29: Freiheitsliebende Menschen in einem kleinen Dorf zusammenbringen, die «schon im Rahmen der bestehenden Rechtsordnungen viel gewinnen» können. Und 2:49: «Die Medien können ganz beruhigt sein. Wir reden nicht davon, uns demnächst von der Schweiz abzuspalten.»Richtig zitiert, aber ohne den Schluss: freiwillig. Und ohne das, was eingangs gesagt wurde: Wir bleiben vollständig im rechtlichen Rahmen der Schweiz und des Kantons Jura. Das «Ersetzen» war hier missverständlich verkürzt. Die Gemeinde bleibt. Die Genossenschaft kann Aufgaben übernehmen, wenn die Gemeindeversammlung das per Vertrag beschliesst (siehe «Die Genossenschaft: wo wir stehen»).
AusländerAuf die Frage, ob Zuziehende auch Ausländer sein könnten: «Ja, kein Problem, solange Sie keine Sozialhilfe beziehen.»14:47 «Wir sind absolut offen für Zuwanderer.» Wer aus der EU komme, dürfe auf Gemeindeebene vielleicht sogar abstimmen. Wer in die Schweiz einwandern will, müsse vor allem zeigen, dass er keine Sozialhilfe brauchen wird, mit einem Arbeitgeber oder einem eigenen Geschäft; «dabei können wir helfen».Falsch zitiert. Die Bedingung stellt nicht die Initiative, sondern das Schweizer Ausländerrecht. Unsere Antwort war: Ausländer sind willkommen, und wir helfen ihnen beim Einstieg. Ungenau war der Satz zum Stimmrecht: Im Jura hängt es für Ausländer an der Wohndauer, nicht an der EU.
Gemeindehaushalt«Natürlich ist es teuer», räumte Marc-Felix Otto ein, «aber sobald wir die Kontrolle über den Haushalt der Gemeinde übernommen haben, wird es deutlich erschwinglicher werden.»17:49 Armin Häfliger: «Es stimmt, die Steuern sind ziemlich hoch.» Langfristig, wenn wir den Haushalt der Gemeinde kontrollieren können, rund 750 000 Franken, «können wir sagen, dass wir dieses Budget per Crowdfunding finanzieren, und hätten dann potenziell null Gemeindesteuern».Falsch zugeordnet und falsch zitiert. Das sagte Armin Häfliger, nicht Marc-Felix Otto. «Teuer» meinte die Steuern, nicht das Leben in Soubey: Wohnen ist dort so günstig wie kaum anderswo in der Schweiz. Und es fehlt der Kern: Die Einwohner sollen das Budget der Gemeinde freiwillig tragen. Von «Kontrolle» würden wir heute nicht mehr sprechen. Über den Haushalt entscheidet die Gemeindeversammlung, und dabei bleibt es.
Kanton JuraAuf die Frage, warum ausgerechnet der linke Kanton: «Natürlich ist der Kanton Jura eher linksgerichtet, aber Soubey nicht, und auch die Franches-Montagnes nicht.»20:31 «Dass der Jura als Kanton ziemlich links ist, ist auch eine Chance, denn dieses Dorf ist es sicher nicht … der ganze Bezirk Franches-Montagnes ist ziemlich konservativ.»Richtig zitiert, ohne «auch eine Chance». So würden wir heute nicht mehr reden. Ein Dorf nach links und rechts einzuteilen, ist genau das Lagerdenken, das wir in Soubey hinter uns lassen wollen.

Richtigzustellen ist damit:

  • Den Satz zum Gemeindehaushalt sagte Armin Häfliger, nicht Marc-Felix Otto, und er handelte davon, das Budget der Gemeinde freiwillig zu finanzieren.
  • Schwyz war uns nicht «lieber». Dort kann niemand zuziehen.
  • «Solange Sie keine Sozialhilfe beziehen» ist keine Bedingung der Initiative, sondern Schweizer Ausländerrecht. Ausländer sind willkommen.
  • Und in eigener Sache: Soubey hat nicht zweimal eine Fusion abgelehnt, sondern einmal abgelehnt (Clos du Doubs) und einmal zugestimmt (Franches-Montagnes, 2012).

Worum es uns geht. Einzelne Zitate lassen sich richtigstellen. Schwerer wiegt etwas anderes: Der Artikel sortiert, in links und rechts, in Einheimische und «Siedler», in Steuerzahler und Steuervermeider. In Prag haben wir stellenweise selbst so geredet, vor einem Publikum, das diese Einteilung teilt. Das nehmen wir uns zu Herzen.

Solche Einteilungen machen aus Nachbarn Lager. Ein Dorf mit gut hundert Einwohnern kann sich keine Lager leisten: Über die Schule, das Schulhaus und die Finanzen der Gemeinde entscheiden alle gemeinsam, an derselben Gemeindeversammlung. Wie auch immer über uns geschrieben wird: Wir suchen in Soubey Lösungen vor Ort, mit allen, die mitmachen wollen, und fragen nicht, aus welchem Lager jemand kommt (siehe «Warum wir zusammenarbeiten»).

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7Ein Dialog mit Andreas Gross

Andreas Gross hat unser Projekt aus Sicht der direkten Demokratie kritisiert. Seine Kritik berührt eine Grundsatzfrage jeder menschlichen Gemeinschaft: Wer hat das Recht, über andere ohne deren Zustimmung zu entscheiden? David Dürr, Prof. Dr. iur., hat sich intensiv mit dieser Grundsatzfrage befasst und unter anderem zusammen mit Marc-Felix Otto den Artikel «Die Freigemeinde» verfasst. Er lädt Andreas Gross ein, sich darüber öffentlich auf dieser Website auszutauschen.

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8Treffen Sie uns persönlich

Am Samstag, 24. Oktober 2026, ab 17 Uhr sind wir vor Ort im Cerf, mit viel Zeit für Gespräche. Alle sind willkommen: Einwohner, Neugierige, Skeptiker, Befürworter. Weitere Treffen kündigen wir an.

Kontakt: Armin Häfliger, 078 883 44 45 · Marc-Felix Otto, 078 655 44 86

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9Häufige Fragen

Das Vorhaben in Soubey

Warum Soubey, und warum Sie?

Armin Häfliger suchte ein Dorf für sich und seine Familie: abseits der grossen Städte, aber nicht zu weit, mit verfügbaren Häusern, schöner Natur und höchstens 200 Einwohnern. Er fand Soubey, übernahm den Cerf, als die Familie Joset Nachfolger suchte. Er hat seinen Wohnsitz in Soubey.

Marc-Felix Otto suchte in der Schweiz nach Möglichkeiten für vertragsbasiertes Zusammenleben. Armin Häfligers Ansatz und das Dorf Soubey erschienen ihm als die beste Initiative, und sie erscheinen ihm weiterhin so. Deshalb unterstützt er sie. Armin hat ihn vor knapp drei Jahren angesprochen; sind wir uns einmal uneinig, entscheidet Armin.

Wollen Sie die Gemeinde privatisieren?

Das ist gesetzlich ausgeschlossen. Die Gemeinde bleibt die Gemeinde, und ihre Entscheide bleiben die der Gemeindeversammlung. Die Genossenschaft, die wir vorbereiten, ist ein Zusammenschluss ihrer Mitglieder, neben der Gemeinde. Übernimmt sie eines Tages Aufgaben für die Gemeinde, dann per Vertrag, beschlossen von der Gemeindeversammlung und kündbar.

Wer bestimmt in der Genossenschaft?

Ihre Mitglieder, mit einer Stimme pro Mitglied. So will es das Gesetz (Art. 885 OR). Vermögen gibt keine zusätzliche Stimme.

Ist das ein Projekt für Reiche?

Unser Ziel ist bezahlbarer Wohnraum für Familien, Selbständige und Handwerker. In der Genossenschaft hat jedes Mitglied dasselbe Gewicht.

Die Bedingungen der Mitgliedschaft sind noch nicht festgelegt. Vorgesehen ist als Grundsatz der Wohnsitz in Soubey, mit wenigen Ausnahmen. Wer über die Genossenschaft eine Wohnung mietet oder kauft, wird über den Miet- oder Kaufvertrag Mitglied.

Wir fragen zurück: Richtet sich ein solches Projekt vor allem an Reiche – oder ist das nur ein politisch motivierter Vorwurf?

Und die Schule?

Soubey hat heute keine eigene Schule; die Kinder besuchen die öffentliche Schule in St-Ursanne. Das bleibt so, bis es genug Kinder für eine Schule im Dorf gibt. Unsere Vision ist eine Schule in Soubey, nach dem Vorbild von Bratsch (VS), wo sie das Dorf wiederbelebt hat. Als Privatschule käme sie zur öffentlichen Schule in St-Ursanne hinzu und würde sie nicht ersetzen. Entsteht sie in Soubey als öffentliche Schule, ist sie von Gesetzes wegen kostenlos.

Was ist Focus Soubey?

Focus Soubey ist ein Verein, dessen Präsidentin Regula Reist ist, eine frühere Gründerin und Leiterin einer kleinen Privatschule. Marc-Felix Otto und zwei weitere Mitglieder sind bisher mit dabei. Der Verein wird Erfahrungswochen für Familien in Soubey anbieten: Kinder, Jugendliche und Erwachsene lernen in Werkstätten bei Fachleuten, vom Brotbacken bis zum Bogenschiessen. Die erste Woche ist für den Frühling 2027 geplant, voraussichtlich im April. Mehr dazu: Focus Soubey.

Werden die Deutschsprachigen das Dorf übernehmen?

Wir freuen uns über französischsprachige Zuzüger, aus der Romandie und anderswo, und ermutigen alle anderen, Französisch zu lernen. Ein Projekt, das die Sprache des Dorfes nicht spricht, würde nicht funktionieren.

Wer finanziert?

Das Restaurant du Cerf gehört der Wohngenossenschaft Natur Arbeit Familie, 2023 gegründet; ihre Verwaltung besteht aus Armin Häfliger und Mitgliedern seiner Familie. Das alte Schulhaus gehört der Immo Imer, gegründet von Armin Häfliger, Marc-Felix Otto und Andreas Hackethal.

Wollen Sie mit Soubey Geld verdienen?

Reich werden wollen wir mit dieser Initiative nicht. Das Projekt soll sich aber selbst tragen und eine faire Rendite bringen, wie sie für Schweizer Immobilien üblich ist. Mit Verlusten wäre niemandem gedient: Sie würden zeigen, dass das Vorhaben nicht gelingt, und ein Projekt, das nur dank Zuschüssen läuft, ist nicht nachhaltig. Wirtschaftlich soll es zugehen wie bei jeder ordentlich geführten Liegenschaft. Was wir dem Dorf bringen wollen, sind Verbesserungen, auch mit unseren Ideen, soweit sie Zustimmung finden.

Wollen Sie die Steuern abschaffen?

Die obligatorischen langfristig ja: Unsere Vision ist eine Gemeinde mit so gesunden Finanzen, dass die Pflichtsteuer der Gemeinde sinken kann, letztendlich bis auf null. Wege dahin sind mehr Zuzug, Aufgaben, die die Genossenschaft für die Gemeinde übernimmt, und langfristig ein Gemeindebudget, das ganz über freiwillige Beiträge finanziert wird (siehe «Unsere Vision»). Einen konkreten Plan gibt es noch nicht. Nichts wird ohne die Gemeindeversammlung entschieden oder umgesetzt. Der Grund dafür sind nicht «die Reichen» – diese haben schon heute viele Möglichkeiten, noch weniger Steuern zu zahlen, als es in Soubey dann der Fall wäre, weil die Kantonssteuer im Jura höher ist als Kantons- und Gemeindesteuer zusammengenommen an mehreren anderen Orten.

Das Ziel ist, dass die Menschen in Soubey die Leistungen ihrer Gemeinde gemeinsam und freiwillig tragen.

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Theorie, Vortrag 2025 und Free Cities Foundation

Sie haben über die «Freigemeinde» geschrieben. Ist das der Plan für Soubey?

Marc-Felix Otto und David Dürr haben den Artikel «Die Freigemeinde» im Sammelband «Was tun?» veröffentlicht. Das Manuskript finden Sie hier: «Die Freigemeinde» (PDF). Er beschreibt, wie eine Gemeinde langfristig zu einem Zusammenschluss werden könnte, dem man freiwillig angehört: freiwillige Mitgliedschaft; keine Zwangsfinanzierung. Das ist ein Beitrag zu einer theoretischen Debatte, zu dem wir vollauf stehen. David Dürr möchte sie gerne öffentlich mit Andreas Gross weiterführen.

Marc-Felix Otto ist Physiker: In den Naturwissenschaften unterscheidet man zwischen Theorie und Realität, und zeigt die Realität etwas anderes, wird die Theorie angepasst, nicht umgekehrt. Hier geht es um Menschen. Die Unterscheidung von Theorie und Realität – und eine erkenntnistheoretisch fundierte Bescheidenheit – sind deshalb umso wichtiger.

Für Soubey gilt: Was die Gemeinde betrifft, entscheidet die Gemeindeversammlung.

In einem Video von 2025 spricht Marc-Felix Otto von einer Genossenschaft, die die Gemeinde ersetzen würde. Was gilt?

Das war eine missverständliche Vereinfachung: die Gemeinde ist gesetzlich verankert und kann nicht aufgelöst werden. In unserer Vision werden Leistungen der Gemeinde, die heute steuerfinanziert sind, von der Genossenschaft übernommen, wie zuvor beschrieben.

Das Video ist öffentlich: «A Free Commune in Switzerland: Hopes and Challenges» (YouTube, englisch).

In der Sache sagen wir im Video dasselbe wie hier und an den bisherigen Informations-Apéros im Cerf. Im Nachhinein ist uns aber zweierlei unangenehm: dass wir vor einem fremden Publikum über Soubey gesprochen haben. Und vor allem, dass wir Menschen in politische Lager eingeteilt haben, «links», «konservativ», «libertär». Genau das wollen wir nicht: Es muss immer um die Menschen und um das Dorf gehen, nicht um Etiketten, Klischees oder politische Lager.

Wenn das Video Sie persönlich angreift, tut uns das aufrichtig leid! Unsere Ziele haben wir damals wie heute gleich beschrieben: Familien ins Dorf holen, eines Tages wieder eine Schule, gesunde Gemeindefinanzen und deshalb sinkende Steuern.

Welche Rolle spielt die Free Cities Foundation?

Marc-Felix Otto ist ihr Vizepräsident. Soubey ist kein Projekt der Stiftung, und sie finanziert es nicht. Die Stiftung wurde 2020 von Titus Gebel gegründet, mit dem Zweck der Förderung und Verbreitung neuer Konzepte für ein freies, friedliches und selbstbestimmtes Zusammenleben.

Weder Peter Thiel noch Patri Friedman waren je Gründer, Mitglied oder Spender der Stiftung. Peter Thiel vertritt politische Positionen, die wir nicht teilen. Próspera in Honduras ist kein Projekt der Stiftung; sie hat dort ihre Jahreskonferenz 2026 abgehalten. Nebenbei: In Próspera kann man eine Wohnung bereits ab 120'000 USD erwerben, rund 100'000 CHF. Das Klischee, in Próspera würden «die Reichen» wohnen, ist damit aus Schweizer Perspektive irreführend.

Armin Häfliger hat Marc-Felix Otto als Unterstützer für seine Initiative in Soubey gewonnen, nachdem er bereits den Cerf erworben hatte. Die theoretische Idee einer Freigemeinde entstand in Gesprächen mit David Dürr.

Was verbirgt sich dahinter?

Was auf dieser Seite steht. Bleibt eine Frage offen, fragen Sie uns.

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10Für Medien

Das Wichtigste aus unserem Pressedossier, soweit es nicht schon weiter oben steht. Das vollständige Pressedossier als PDF: Pressedossier Initiative Soubey (en français)

Das Wichtigste in Kürze

Soubey liegt am Doubs, im Bezirk Freiberge (JU), und hat 123 Einwohner (2025); 2010 waren es 147. Armin Häfliger und Marc-Felix Otto wollen Familien, Handwerker und Selbständige ins Dorf holen, mit bezahlbarem Wohnraum und Arbeit vor Ort. Mit der Gemeinde, nicht an ihr vorbei.

  • Was besteht: das Hôtel-Restaurant du Cerf, wiedereröffnet am 8. Mai 2024; das Einfamilienhaus, in dem Armin Häfliger wohnt; das alte Schulhaus, am 3. September 2026 von der Immo Imer gekauft, nach dem Ja der Gemeindeversammlung vom 12. Juni 2026; der Verein Focus Soubey, gegründet am 28. Juni 2026.

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Chronologie

Datum Ereignis
09.2023Kauf des Hôtel-Restaurant du Cerf.
08.05.2024Wiedereröffnung des Hôtel-Restaurant du Cerf durch Armin Häfliger.
01.03.2025Saisoneröffnung im Cerf: Die ganze Bevölkerung ist zum Apéro eingeladen; dabei wird auch über das Vorhaben diskutiert.
18.03.2025Armin Häfliger und Marc-Felix Otto stellen das Projekt dem Gemeinderat vor.
Frühling 2025Armin Häfliger kauft ein Einfamilienhaus in Soubey und wohnt dort.
22.08.2025Statuten der Immo Imer; Eintrag ins Handelsregister am 11.09.2025. Gründer: Armin Häfliger, Marc-Felix Otto, Andreas Hackethal.
08.05.2026Apéro im Cerf mit Armin Häfliger und Marc-Felix Otto: rund 60 Teilnehmende, zweieinhalb Stunden Fragen und Antworten.
12.06.2026Die Gemeindeversammlung stimmt dem Verkauf des alten Schulhauses zu.
28.06.2026Gründung des Vereins Focus Soubey.
03.09.2026Kauf des alten Schulhauses (Notartermin).
09.2026Pizzaparty im Cerf, die zweite nach einer im Vorjahr.
30.09.2026Zwei Artikel im Quotidien Jurassien.
24.10.2026Ab 17 Uhr sind wir im Cerf, mit viel Zeit für Gespräche. Offen für alle.

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Soubey in Zahlen

Kennzahl Wert Quelle
Einwohner123 (2025) · 131 (2020) · 147 (2010) · 157 (1980)BFS
Fläche13,5 km²Wikipedia
Zweitwohnungen63%Bundesamt für Raumentwicklung ARE
Schulekeine Schule im Dorf; die Kinder besuchen die öffentliche Schule in St-UrsanneGemeinde
Schulpflichtige Kinderrund 10Gemeinde
Altes Schulhausmehrere Jahre von der Gemeinde zum Verkauf angeboten; Verkauf am 12.06.2026 genehmigtGemeinde

Quellen der Zahlen: Bundesamt für Statistik (Einwohner, via citypopulation.de); Immo Imer: Handelsregister.

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Die Personen

Armin Häfliger ist auf dem Bauernhof seiner Eltern in Triengen (LU) mit vier Geschwistern aufgewachsen. Er studierte an der ETH Zürich Agrarwissenschaften. 2019 gründete er in Luzern meinRad, das täglich frische pflanzliche Mittagsmenüs von Lastenvelos verkauft; ausgezeichnet mit dem Zentralschweizer Neuunternehmerpreis (2023) und dem Umweltpreis der Albert Koechlin Stiftung (2025). Er hat seinen Wohnsitz in Soubey, wo er den Cerf wiedereröffnet hat.

Marc-Felix Otto ist Schweizer Bürger und wohnt in Thalwil (ZH). Der Physiker promovierte 2002 am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen. Nach dreieinhalb Jahren bei McKinsey (2002–2006) kam er zu The Advisory House, einer Beratungsfirma für die Energiewirtschaft, wo er seit 2011 Partner und seit 2018 Präsident des Verwaltungsrats ist. Er veröffentlichte unter anderem «Management of Political Risks» (Springer Gabler 2023) und, als Mitherausgeber, «Was tun? – Wie Freiheitsentrepreneure unser Zusammenleben revolutionieren» (Duncker & Humblot, 2025). Er ist Vizepräsident der Free Cities Foundation. Armin Häfliger hat ihn vor knapp drei Jahren für die Initiative angesprochen; sind sich die beiden uneinig, entscheidet Armin Häfliger.

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Medienkontakt

Armin Häfliger · 078 883 44 45 · [email protected]

Marc-Felix Otto · 078 655 44 86 · [email protected]

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Kontakt & Mitmachen

Armin und Marc-Felix sind eure Ansprechpersonen. Schreibt oder ruft uns an – oder bucht direkt ein paar Nächte im Hotel du Cerf.

Wanderer mit Hunden und einem Esel auf einer Wiese bei Soubey